Wendelin Wanderwicht

Wendelin Wanderwicht

„Haaaaallo, du-huu, Wendeliiiiin!“, hörte es Wendelin Wanderwicht draußen rufen. Lächelnd, in aller Ruhe wischte er sich seine Hände an der Schürze ab und öffnete geduldig die Tür, denn: Wendelin Wanderwicht hat immer aaaaalle Zeit der Welt.

Draußen standen die Nachbarskinder Valentin und Valerie Wichtel und sie umarmten den rotbackigen Wendelin Wanderwicht auf das Herzlichste.

„Das ist ja eine Überraschung!“, freute sich Wendelin „Schön, dass ihr mich besucht. Gerade habe ich frisches Birkengold-Müsli gemacht und jetzt will ich Birkengold-Dinkelkekse backen. Habt ihr Lust, mir zu helfen?“

„Jaaaaaaa!“, riefen die beiden Wichtelkinder und stürmten in die Stube hinein. Wendelin schloss die Tür. Dann holte er aus einer Truhe Schürzen und Nudelwalker für Valentin und Valerie hervor, während sich die beiden Helferlein die Hände waschen gingen.

Den Teig hatte Wendelin schon vorbereitet. Diesen formte er gelassen und sehr achtsam zu einer Kugel, denn: Wendelin Wanderwicht hat eben immer aaaalle Zeit der Welt.

Die Teigkugel teilte er und gab Valerie und Valentin jeweils eine Hälfte, damit sie diese auswalken konnten. Dafür brauchten die beiden ganz schön viel Kraft, doch bald lag ein schöner glatter Teig bereit – bereit für die drei, um Kekse auszustechen. Diese legten sie auf ein großes Blech und schließlich rief Wendelin Wanderwicht: „Jetzt hinein in den Ofen fein, dann werden das bald gute Kekse sein!“

So buken die Kekse vor sich hin während Wendelin, Valentin und Valerie alles sauber machten. Und immer mehr und mehr durchzog die Stube herrlicher Duft von Vanille und Zimt.

„Ooooh, wie das riiiiecht!“, riefen Valerie und Valentin voller Freude.

„Rrrrrring!“, schallte da plötzlich Wendelins guter, alter Küchenwecker. Die Kekse waren fertig! Vorsichtig, vorsichtig und vorsichtig holte Wendelin Wanderwicht das große Blech aus dem Ofen und stellte es auf den großen Holzküchentisch zum Auskühlen.

„Und jetzt?“, fragte Valerie.

„Und jetzt?“, fragte auch Valentin.

„Jetzt machen wir einen schönen Spaziergang und wenn wir zurück sind, sind die Kekse bestimmt soweit, dass wir sie kosten können.“

Als die drei wenig später durch den Birkenwald spazierten fragte Valentin: „Wendelin? Warum schmecken dein Müsli und deine Kekse eigentlich so gut?“ Ja, was gibst du da alles hinein?“, bohrte Valerie nach.

Wendelin Wanderwicht lächelte und zählte den beiden Kindern erst die Grundzutaten auf. Dann schwieg er für einen Moment. Schließlich sagte er: „Wisst ihr, in das Müsli und in die Dinkelkekse gebe ich vor allem drei Zutaten, die wir frühmorgens und auch tagsüber gut gebrauchen können – Kraft, Geduld und Begeisterung. Kraft deshalb, damit wir genug Energie haben für das, was wir tun. Geduld deshalb, damit wir uns Zeit lassen mit dem, was wir tun – manche Dinge im Leben brauchen nämlich einfach Zeit. Und Begeisterung deshalb, damit wir das, was wir tun, so richtig genießen, ja einfach Freude an dem haben, was wir tun. Ich glaube, dass das ganz wichtige Zutaten sind und darum mische ich sie in das Müsli und die Kekse.“ Valerie und Valentin fanden das großartig! Kraft, Geduld und Begeisterung – ja, das waren wahrlich wichtige Zutaten.

Zurück in Wendelins Haus waren die Kekse bereits ausgekühlt. Wendelin Wanderwicht machte für alle Wichtel-Tee und schließlich genossen die drei in aller Ruhe und voller Zufriedenheit die frischen Dinkelkekse. Denn dafür hatten die drei einfach aaaalle Zeit der Welt.

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